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Bezirkstag Musik Bielefeld: Ein Sommerfest für die OhrenSamstag, 26.06.2010

Bielefeld. Als "Sommerfest für die Ohren" wird der erste Bezirkstag Musik der Neuapostolischen Kirche in Bielefeld in die Geschichte eingehen. Einen ganzen Tag lang Musik - Chöre, Solisten, Instrumentalmusik. Das breite Spektrum musikalischen Wirkens im Kirchenbezirk Bielefeld wurde hörbar.


"Der Bezirkstag Musik soll kein Konkurrenzkampf unter Musikern werden, sondern das breite Spektrum ehrenamtlicher musikalischer Arbeit der neuapostolischen Gemeinden in Bielefeld aufzeigen". Dieser erklärte Wunsch der örtlichen Kirchenleitung wurde gestern im Westfalenkolleg Bielefeld an der Brückenstraße eindrucksvoll umgesetzt. Die vielen Besucher kamen voll auf ihre Kosten.

Bereits der erste Vortrag des Tages durch den Gemeindechor aus Heepen-Kammerratsheide war speziell: neben dem "Liebeslied" von Johannes Brahms, erklang das "Clare Benediction" von John Rutter. Auch der Chor der Gemeinde Bielefeld-Süd beließ es nicht bei der "üblichen Literatur", sondern wählte für seinen Vortrag knifflige weil verschachtelte Kanons, unter anderem den Kanon "Lobe den Herrn, meine Seele", untersützt durch Ines Eberle am Flügel.

Zeitgenössische und barocke Orgelmusik

Michael Vollmer aus der Gemeinde Bielefeld-Mitte präsentierte zeitgenössische Orgelmusik aus Europa, im Stil des Neo-Barock und der Neo-Romantik. Finnland, Italien und England waren die Herkunftsländer der Komponisten, die er vorstellte. Christiane Rubel aus der Gemeinde Bielefeld-Jöllenbeck dagegen ehrte Johann Sebastian Bach: seine Toccata und Fuge in d-Moll erklang wuchtig und erfüllte die Schulaula mit sakralem Hall.

Ebenfalls Instrumentales der Sonderklasse bot das Gemeindeorchester aus Quelle. Unter der Leitung von Michael Lehmann gab es zweimal Edward Elgar (aus Nimrod und Pomp & Circumstance), den Radetzky-Marsch von Strauß und zuletzt von ABBA das "Thank you for the Music". Tanja und Rainer Schuster gaben zunächst ein gesangliches Stück, bevor Tanja Schuster den Flügel zum Leben erweckte. Die Musikstudentin für Klavier an der Musikhochschule Detmold spielte die Sonate A-Dur von Schubert - gekonnt, einfühlsam und engagiert. Der besondere Applaus des lauschenden Publikums war ihr sicher.

Chöre aller Altersklassen

Chöre aus allen Altersklassen betraten die Bühne: der Bezirkskinderchor - die Kinder boten unter anderem ein Kanon mit Worten -, der Bezirksjugendchor - er führte Mendelssohn und Rutter auf - und der Seniorenchor - mit drei Liedern aus der Seniorenchormappe. Für internationalen Flair und jugendlichen Rhythmus sorgten der Afrikachor und der Gospelchor aus der Gemeinde Bielefeld-Mitte. Angesichts der sommerlichen Wärme von 28 Grad wurde das mit viel Lob quittiert.

Vortrag und Workshop

Einen Workshop gab es auch: Marco Johanning und Roland Scholz führten durch die Notenwelt des neuen Jugendliederbuches der Neuapostolischen Kirche. Vier relativ unbekannte Lieder studierten sie in wenigen Minuten mit den Zuhörerinnen und Zuhörern ein, nutzten dazu den Flügel und eine Notenfolie an der Wand. Zuletzt kam ein Teil des Publikums sogar auf die Bühne und sang begeistert mit. Beim Vortrag von Marco Johanning am Nachmittag ging es um das Thema "Stimmbildung". Er beantwortete solche Fragen, wie: Wie entsteht menschliche Stimme, was sind Einflussfaktoren für eine gute Stimmbildung im Chor?

Erfreuliches Fazit

Helmut Neumann, Musikfachberater im Kirchenbezirk Bielefeld, war am Ende des Tages erleichtert, dass alles so wunderbar klappte. "Alle Akteure haben einen Applaus verdient. Viel Vorbereitung und Engagement sind in den Tag der Musik eingebracht worden, und es hat sich gelohnt", lautete sein Fazit zum Schluss. Alle, die an diesem Tag dabei waren, können das nur bestätigen.

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Text/Fotos: Peter Johanning