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„Eine dicke Portion Dankbarkeit“Mittwoch, 02.09.2009
Bielefeld-Gadderbaum/Brackwede. „In mir ist eine dicke Portion Dankbarkeit“, blickt Jürgen Diekmann zurück. Der Leiter der neuapostolischen Kirchengemeinde Gadderbaum wird vom zuständigen Apostel Walter Schorr am Sonntag, 20. September, in den Ruhestand versetzt. An diesem Tag wird der Apostel auch offiziell die Gemeinde auflösen und in die neu zu gründende Gemeinde Bielefeld-Süd integrieren.
Der Hirte Diekmann (Foto rechts) wird die meisten Geschwister in die neue Gemeinde an die Nomannenstraße 24 ein Stück begleiten. „Die Geschwister von Gadderbaum sind so manches Mal in Brackwede gewesen. Nun sind es eben mehr Brüder und Schwestern“, sagt der 65-jährige Vorsteher. In der Gemeinde Brackwede erhielt er 1968 vom damaligen Bezirksapostel Emil Schiwy das Unterdiakonen-Amt. 1982 wurde er Priester für Quelle und am 14. November 1996 Vorsteher und somit Leiter der Gemeinde Gadderbaum. Vier Jahre später erhielt er das Hirten-Amt von Apostel Walter Schorr.
Die Zusammenarbeit mit den Kindern ist für Jürgen Diekmann nach eigenen Angaben von Anfang an eine schöne Zeit seines neuapostolischen Lebens gewesen. „Ich bin praktisch 45 Jahre lang in die Sonntagsschule gegangen. Das hat mich geprägt“, stellt er rückschauend fest. Jürgen Diekmann lernte als Kind Harmonium spielen und konnte somit den Gesang in der Sonntagsschule begleiten. „Ich durfte auch mit den Kindern im Kinderchor singen und einen Instrumentalchor gründen. Das war mein Ding. Oft kamen die Kinder am Freitag zu mir nach Hause nach Quelle. Manchmal waren hier 25 Kinder und wir haben geübt und hatten viel Spaß“, denkt der Hirte noch gerne an diese Zeit zurück. „Das hörte jedoch schlagartig auf, als ich am 22. Oktober 1995 als Priester nach Gadderbaum gehen sollte“, erinnert er sich. „Die Kinder fehlten mir.“
Wenn Jürgen Diekmann am 20. September in den Ruhestand geht, wird er die schönen Zusammenkünfte mit Geschwistern und Amtsträgern sicherlich vermissen.
„Das ist zwar keine Wehmut, aber da ist eine dicke Portion Dankbarkeit. Denn so einfach abschütteln lassen sich 41 aktive Jahre Amtsbruder-Zeit nicht.“
Der Hirte Jürgen Diekmann schaut zuversichtlich in die Zukunft. „Wir haben die Gemeinschaft sehr gepflegt in Gadderbaum. Und ich hoffe und bin mir ziemlich sicher, dass dieses Gemeinschaftsgefühl auch in der neuen Gemeinde da sein wird. Ich werde sicherlich noch oft bei den Geschwistern in der Gemeinde Bielefeld-Süd sein. Das habe ich versprochen“, sagt der Gemeindevorsteher, der lange Jahre im gehobenen Dienst beim Finanzamt Bielefeld-Innenstadt gearbeitet hat.
In der neuen Gemeinde werden die Gadderbaumer Geschwister dann auf ihre Mitgeschwister aus den Gemeinden Brackwede und Senne I treffen. Diese drei Gemeinden vereinen sich zu der neuen Gemeinde Bielefeld-Süd um einen neuen Vorsteher, den Hirten Rainer Mittag, der lange Jahre lang die inzwischen geschlossene Gemeinde Brockhagen geleitet hat.
Den letzten Gottesdienst in ihrer Kirche an der Artur-Ladebeck-Straße 65 erleben die Gadderbaumer am Mittwoch, 16. September mit Bischof Michael Eberle. Dann geht die lange Ära der Gemeinde Gadderbaum zu Ende, und ein neuer Abschnitt schließt sich an.
Denn zur neuen Gemeinde Bielefeld-Süd kommen auch die Geschwister aus Senne. Der bisherige Leiter dieser Gemeinde, der Evangelist Uwe Frerk, wird dann zum neuen Leiter der Nachbargemeinde Ummeln bestimmt. Der Bezirksevangelist Peter Mittag, der diese Gemeinde jahrelang geführt hat, wird freigestellt und übernimmt damit in vollem Umfang Aufgaben als Bezirksamt im Bezirk Bielefeld.
Der bisherige Leiter der Gemeinde Brackwede, der Priester Heinz-Jürgen Ott, wechselt auf eigenen Wunsch in seine ehemalige Gemeinde nach Quelle.
Heiko Johanning / Fotos: NAK Bielefeld