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Bezirksältester Dieter Kruse wird am Sonntag in den Ruhestand verabschiedetMontag, 30.11.2009
Bielefeld. Der langjährige Leiter der Neuapostolischen Kirche Bielefeld, Dieter Kruse, wird am zweiten Adventssonntag, 6. Dezember, in einem Festgottesdienst in den Ruhestand verabschiedet. Der Bezirksälteste übernahm am 12. September 1993 den Kirchenbezirk Bielefeld. Dieter Kruse ist 65 Jahre alt. Die Verabschiedung nimmt der Kirchenpräsident der Gebietskirche NRW, Bezirksapostel Armin Brinkmann aus Dortmund, in der Rudolf Oetker-Halle in Bielefeld vor.
Der studierte Pädagoge und Psychologe ist Professor für Psychologie und Kriminalpsychologie im Fachbereich Kommunaler Verwaltungsdienst und Sozialwissenschaften an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen, Studienort Bielefeld. Bezirksältester Kruse ist verheiratet, hat drei erwachsene Kinder und eine Enkelin.
Der Redaktion von NAK Bielefeld beantwortete der in Vlotho wohnende Bezirksälteste folgende Fragen:
Frage: Lieber Bezirksältester Dieter Kruse, am zweiten Adventssonntag wirst du in der Oetker-Halle in Bielefeld von Bezirksapostel Armin Brinkmann in den Ruhestand verabschiedet. Was durchzieht deine Seele, wenn du an diesen Augenblick denkst?
Bezirksältester Kruse: Mit Spannung, Vorfreude und auch ein bisschen mit gemischten Gefühlen sehe ich diesem Tag entgegen. Den Bezirksapostel im Bielefelder Bezirk zu wissen, gibt mir ein gutes Gefühl, denn wir werden ganz sicher einen festlichen Gottesdienst erleben und die darin vorzunehmende Entpflichtung von der Amtsverantwortung ist ein Teil davon. Aber auch die Ordination des Nachfolgers in diesem Amt erfüllt mich mit Vorfreude, denn mit ihm kommen gesegnete Zeiten auf die Bielefelder Geschwister zu.
Frage: Mehr als 25 Jahre warst du in Bielefeld als Bezirksamt unterwegs und hast den Bezirk Bielefeld geprägt. Was sind deine schönste Erinnerungen an diese doch sehr lange Zeit und was konkret hattest du dir zu Beginn deiner Tätigkeit als Bezirksältester auf deine Fahne der Veränderung geschrieben?
Bezirksältester Kruse: Für mich ist und bleibt es der oberste Punkt im "Programm", die Nachfolge im Sinne der Lehre Jesu zu pflegen und zu fördern. Nachfolge schützt vor vielen zeitraubenden eigenen Versuchen, den richtigen Weg zu finden und vermittelt in jeder Stunde des Lebens Sicherheit und Ruhe im Gemüt. Eine lebendige Arbeit an den Menschen um uns herum, indem wir ihnen zeigen, was unser Herz erfreut und sie in die Gottesdienste führen, war auch immer ein höchst wichtiger Punkt. In diesem Sinne habe ich auch die Musikarbeit stark gefördert.
Meine schönsten Erinnerungen beziehen sich auf Begegnungen mit Geschwistern, wo wir Amtsbrüder genau im richtigen Augenblick vor der Tür standen und wo das Bibelwort, welches uns auf die Seele fiel, dem Empfänger zu einem gesegneten Lebensmotto werden konnte, weil der himmlische Vater sich dazu bekannte.
Wo mit Herz und Fleiß der Gesang und das Musizieren gefördert wurde, war ich auch stets glücklich über diese besondere Form des Lobes der Werke Gottes.
Frage: Du hast auch lange Jahre die Jugend der Gebietskirche NRW betreut. Was genau war dein Anliegen und wie konntest du die Jugend prägen?
Bezirksältester Kruse: Die Jugendarbeit stellte das arbeits- und mühereichste Programm meiner Amtstätigkeit dar. Prägen wollte ich die Jugend nicht, Prägung sollte durch die Apostellehre erfolgen. Aber es war mir wichtig, dass Diskussionen nicht ein Übel sind, sondern der Hinweg zu einem gemeinsamen Wissen bei gleichzeitiger Vermittlung einer ehrlichen Akzeptanz des anderen oder des anders Denkenden. Wichtig war mir auch, dass Kirchenkultur zum Beispiel nicht Kleidungskultur ist, sondern durch den Herzenstakt geprägt wird, der aus gelebtem Christentum hervor geht. Der reichhaltige Inhalt bringt von sich einen guten Umgangsstil mit sich und motiviert dazu, die Gottesdienste zu besuchen und ins eigene Gedankenleben einzubauen.
Frage: Seit einiger Zeit wohnst du mit deiner Frau Doris in Vlotho im Kirchenbezirk Herford. Wirst du nach deiner Inruhesetzung auch in die dortige Gemeinde zum Gottesdienst gehen, oder wirst du dem Bezirk Bielefeld weiterhin verbunden bleiben?
Bezirksältester Kruse: Meine Bindung an den Bielefelder Bezirks ist sehr eng. Darum werde ich immer mal wieder in den Gemeinden unseres Bezirkes sein und mich als "Hörer des Wortes" in den Reihen der Geschwister wohl fühlen. Allmählich aber wird der Kirchweg zur Vlothoer Kirche führen, wo ich nur 500 Meter bergab gehen muss - und schon bin ich da. Dorthin werde ich auch unsere Nachbarn einladen, die sich bereits jetzt für unsere Kirche interessieren.
Heiko Johanning / Fotos: NAK