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Andacht am Samstag: "Gott, sei mir gnädig"Samstag, 06.03.2010

Bielefeld-Schildesche. Große Musik braucht nicht unbedingt eine große musikalische Besetzung. Das bewies jetzt ein 16-stimmiger Kammerchor von Jugendlichen aus dem Bezirk Bielefeld. Die Andacht zur Vorbereitung auf den Gottesdienst für Entschlafene begleiteten sie mit Auszügen aus einer Bach-Kantate und dem Paulus-Oratorium von Mendelssohn.


Bezirksapostel Armin Brinkmann und alle Apostel aus der Gebietskirche Nordrhein-Westfalen sind am Wochenende des 06. und 07. März 2010 nach Bielefeld gekommen. Am ersten Sonntag im März findet in der Neuapostolischen Kirche traditionell der Gottesdienst für Entschlafene statt. Diesmal ist der nordrhein-westfälische Kirchenleiter in der Gemeinde Bielefeld-Ost.

Die Andacht am Samstagnachmittag war als Vorbereitung auf den Sonntagsgottesdienst gedacht. Das ehrwürdige Kirchengebäude in Schildesche war schon äußerlich dazu angetan. Umso größer war die Freude von Bezirksapostel Brinkmann, dass sich ein kleiner Kammerchor von Jugendlichen musikalisch auf die Andacht vorbereitet hatte. Der erste Programmteil entstammte der Kantate "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen", ein frühes Werk von Johann Sebastian Bach. Dicht und dramatisch kommen die Stimmen, sprechen von Ängsten und Nöten, um sich zuletzt doch umzukehren in den bekannten Choral "Was Gott tut, das ist wohlgetan".

Erst Bach, dann Mendelssohn

Der zweite Teil der Andacht hatte Auszüge aus dem Paulus-Oratorium von Felix Mendelssohn zum Inhalt. Michael Block, ausgebildeter Sänger, begann mit der Arie "Gott, sei mir gnädig" und unterstrich damit auch die Überschrift über die gesamte Andacht. Grundlage für diese Bassarie ist der Bibeltext aus dem 51. Psalm, der als vierter Bußpsalm das ganze Elend des damaligen Volkes aufzeigt. Der blinde Paulus hat an dieser Stelle seines Lebens bereits die Umkehr zu Christus vollzogen! Auch hier geht Gottes Güte über alles. Der Schlusschoral "O Jesu Christe, wahres Licht" spricht deshalb von Erleuchtung und Seligkeit: "Erleuchte, die da sind verblend't, bring her, die sich von uns getrennt, versammle, die zerstreuet gehn, mach fester, die im Zweifel stehn!"

Texttafeln zwischendurch

Jugendliche brachten Texttafeln nach vorn, auf denen an verfolgte Christen und an die "Sternenkinder" erinnert wurde. Die letzte Textaussage ging unter die Haut: Statistik kann zählen - wir können beten!

Mitja Rose las zwischen den Programmteilen gekonnt aus der Heiligen Schrift. Die Lesungen aus dem Psalm 22 und Psalm 23 sowie aus dem 1. Korinther 15 beeindruckten die Gemeinde. Gitta Jablinski bewies mit der einleitenden Sinfonia von J.S. Bach ihr Können auf der Querflöte. Am Klavier saß Martin Kleine, Marco Johanning hatte die musikalische Gesamtleitung.

Gotteshaus mit Geschichte

Die Gemeinde Schildesche ist vom Gebäude her die älteste neuapostolische Gemeinde. Im Jahr 1688 erfolgte die Grundsteinlegung der damaligen Johannes-Kappelle in Schildesche, die Johannes dem Täufer gewidmet wurde. Bis 1912 war sie katholisches Gotteshaus. 1950 mietete die Neuapostolische Kirche die Kapelle für Gottesdienste, 1987 schließlich kaufte sie Grundstück und Kirchengebäude von der Stadt Bielefeld.

Ein Besuch am Grab

Vor der Andacht besuchten der Bezirksapostel, die Apostel und ihre Frauen den Alten Friedhof in Steinhagen. Dort war am 26. August 1932 der damalige Stammapostel Hermann Niehaus beerdigt worden.

Weitere Bilder finden Sie in der Galerie.

Peter Johanning