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Hilfe gegen Drogenmissbrauch: „Kinder stark machen!“Donnerstag, 19.03.2009

Was bewegt Menschen, Drogen zu nehmen? Diese ernste Frage stellte und beantwortete Ulrich Möller, Psychotherapeut in der Bielefelder Drogenberatung zu Beginn seines interessanten Vortrages. Rund 40 interessierte Jugendliche, Eltern und Jugendleiter waren in die Mensa der NAK Bielefeld gekommen. Der kompetente Fachmann füllte einige Wissenslücken auf und beantwortete Fragen.


Der Drogenkonsum Jugendlicher hat verschiedene Ursachen: die Demonstration von Erwachsen-Sein zählt genauso dazu wie das bewusste Verletzen gesellschaftlicher Normen oder das Ausloten grenzüberschreitender Erfahrungen. Auch das Ausweichen vor Stresssituationen oder das vermeintliche Ausgleichen von Enttäuschungen spielen eine Rolle, warum gerade junge Menschen zur Zigarette, zum Alkohol oder anderen Suchtmitteln greifen. Häufig beginnt zu Beginn der einsetzenden Pubertät eine neue Sinnsuche, bei der das Dazugehören in die Gruppe besonders wichtig wird, so Möller.

Der Bielefelder Drogenberater zeigte mit Hilfe des „Suchtursachenmodells“ auf, dass die Einnahme von Drogen immer mehrere Ursachen habe. So seien in Deutschland einige Suchtmittel relativ leicht zugänglich, etwa durch Zigarettenautomaten oder durch Alkoholverkauf an Tankstellen. Auch manche Umweltbedingungen (Stichwort: Konsumgesellschaft) machen es jungen Menschen nicht gerade leicht, sich zurechtzufinden. Schließlich ist die Beeinflussbarkeit der eigenen Persönlichkeit ein wichtiger Faktor für den Griff zur Droge. Deshalb, so Möller, sei der eingängige Slogan des Bundesfamilienministeriums „Kinder stark machen!“ nur allzu richtig. Kinder in ihrem Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen zu stärken, sei in der Tat das beste Gegenmittel gegen die Suche nach dem Kick. In unserer Konsumgesellschaft sei es außerdem wichtig, dass Jugendliche lernen, nicht alles zu jedem Augenblick haben zu müssen. Stattdessen brauche der Mensch Träume, auch solche, die sich nicht erfüllen lassen.

Zur Person: Ulrich Möller ist Referent für Suchtprävention. Der Psychotherapeut arbeitet in der Fachstelle für Suchtvorbeugung der Drogenberatung e.V. Bielefeld.

Zum Vortrag: Wir veröffentlichen mit Genehmigung des Autors den Vortrag von Ulrich Möller im PDF-Format.

PJ